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#Expertentipps

7 Tipps für E-Autos im Winter

Ja, es stimmt: Elektroautos brauchen im Winter mehr Strom. Und das nicht nur wegen der Innenraumheizung, sondern auch wegen der chemischen Prozesse in den Batteriezellen. Warum das so ist, und wie du auch im Winter bei deinem Elektroauto Strom sparen kannst, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Olivier  Tezgören
by Olivier Tezgören, 17.12.2025

Olivier sorgt bei GOFAST dafür, dass wir nicht nur „liefern“, sondern auch mal darüber „lafern“. Entwicklungen und Herausforderungen bei der E-Mobilität begegnet er darum auch lieber mit seinem Schreibstil als mit seinem Fahrstil.

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Elektroautos brauchen mehr Strom im Winter

Ein E-Auto verbraucht im Winter tatsächlich mehr Energie. Zum einen hat das etwas damit zu tun, dass die chemischen Prozesse in den Batteriezellen bei kalten Temperaturen träger ablaufen und die Batterie deshalb auf die Idealtemperatur von 20-30 Grad gebracht werden muss, was wiederum Energie verbraucht. Zum anderen wird im Winter auch noch zusätzliche Energie für die Innenraumheizung verwendet, was gemäss TCS einen zusätzlichen Energieverbrauch von 10-20 Prozent ausmacht. Wintertests mit verschiedenen Fahrzeugen zeigen, dass die Reichweitenverminderung je nach Fahrzeug zwischen 9 – 30% liegen kann. Durchschnittlich sind es etwa 18 Prozent. Wie du deinen Verbrauch im Winter optimieren kannst und auch bei kalten Temperaturen am Schnelllader gute Erfahrungen machst, verraten wir dir mit den folgenden Tipps.

Wallbox.png
Vorklimatisieren an der Wallbox

Tipp 1: Am Stecker vorheizen

Weil ein Elektromotor deutlich weniger Abwärme produziert als ein Verbrennungsmotor, muss der Innenraum mit der Energie aus der Traktionsbatterie beheizt werden. Wenn du eine Wallbox zu Hause oder im Büro hast, lohnt es sich deshalb, den Innenraum vorzuheizen, solange das Fahrzeug noch mit externem Strom versorgt wird. Bei vielen Modellen kann dies via Fahrzeug-App oder via Infotainment System eingestellt werden.

Tipp 2: Effiziente Innenraumheizung

Heizen ist nicht gleich heizen. Sitz- und Lenkradheizung benötigen deutlich weniger Energie als die generelle Luftheizung und produzieren die Wärme dort, wo sie wirklich gebraucht werden. Bei eingeschalteter Sitz- und Lenkradheizung reichen oft 19–21 °C Innenraumtemperatur. Wenn es draussen sehr kalt ist, macht es zudem Sinn, die bereits erwärmte Umluft im Auto zu nutzen, anstatt ständig kalte Frischluft von aussen zuzuführen.

Tipp 3: Eco-Modus nutzen

Vielleicht die einfachste Anwendung: Die meisten Elektroautos verfügen über einen sogenannten ECO-Modus. In diesem Modus wird durch eine verzögerte und reduzierte Beschleunigung, die Begrenzung der maximalen Motorleistung und Höchstgeschwindigkeit, die Ausschaltung des Allradantriebs und einer Reduktion der Heizung resp. Klimaanlage (z.B. nur für den Fahrer) Energie gespart. Was genau im ECO-Modus deines Elektroautos enthalten ist, erfährst du am besten in der Bedienungsanleitung deines Fahrzeugs.

Tipp 4: Gewicht, Aufbauten, Reifendruck

Logischerweise gelten klassische Energiespartipps auch bei Elektroautos. Unnötiges Gewicht und Dachaufbauten erhöhen den Stromverbrauch. Im Urlaub lohnt es sich also, eine Dachbox nach der Anreise wieder zu demontieren. Auch eine Erhöhung des Reifendrucks um 0,2 Bar reduziert den Verbrauch ohne Abstriche bei Fahrkomfort und Sicherheit.

Tipp 5: Schnellladen bei warmem Akku

Weil bei kalten Temperaturen die chemischen Prozesse in den Batteriezellen träger ablaufen, wird die Ladeleistung vom Batteriemanagementsystem gedrosselt, um Schäden zu vermeiden.

Damit Schnellladen wirklich Spass macht, muss der Akku zuerst auf die optimale Ladetemperatur aufgeheizt werden (mehr dazu in diesem Blogbeitrag). Das passiert entweder durch eine längere Autofahrt oder, falls vorhanden, durch die Vorkonditionierung des Akkus vor dem Anfahren einer Schnellladestation. Es macht also Sinn, die Ladeplanung so zu gestalten, dass du mit einem möglichst warmgefahrenen Akku bei der Ladestation ankommst. An einem Skitag zum Beispiel also besser gleich am Ende der Anfahrt noch vor deinen Schwüngen auf der Piste oder am Ende der Rückfahrt nach Hause.
Polestar_02.jpg
Schnellladen bei Minustemperaturen

Tipp 6: Segeln und Rekuperieren

Dieser Tipp gilt für alle Jahreszeiten. Mit einem bewussten Fahrstil und gezielten Rekuperationseinstellungen kann Energie gespart oder sogar zurückgewonnen werden. Wähle das optimale Rekuperationslevel abhängig von Strecke und Verkehrssituation. 

 

ID4-Pedale.jpg
Play & Pause Pedale beim VW ID.4

Auf längeren Fahrten mit gleichmässiger Geschwindigkeit macht ein niedriges Rekuperationslevel am meisten Sinn. Hier ist es am sparsamsten, die vorhandene Schwungenergie ohne Rekuperation zu nutzen. Man spricht dann vom sogenannten Segeln. In der Stadt und in den Bergen lohnt sich hingegen ein höheres Rekuperationslevel, da mit häufigem Bremsen und Gefälle Energie zurückgewonnen werden kann.
Profitipp: Bei schneebeckten Strassen oder schwierigen Witterungsverhältnissen lohnt es sich, die Rekuperation auf ein schwächeres Niveau einzustellen, um das Blockieren der Räder zu vermeiden.

Tipp 7: Unnötige Fahrten vermeiden

Zu guter Letzt: Natürlich ist es besonders in der kalten Jahreszeit bequemer die paar Meter zur Bäckerei oder zum kleinen Einkauf nebenan im beheizten Elektroschlitten zurückzulegen. Einige dieser Fahrten und damit verbrauchte Kilowattstunden lassen sich aber auf jeden Fall vermeiden, wenn kurze Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuss zurückgelegt werden.

Fazit

Winter kostet beim E-Auto Reichweite. Wenn du diese paar Tipps beachtest, bleibst du aber auch in der kalten Jahreszeit cool. Wer am Kabel vorheizt, Sitz- und Lenkradheizung nutzt, im Eco‑Modus fährt, Gewicht und Reifendruck im Blick behält, nur mit warmem Akku schnelllädt und vorausschauend segelt bzw. rekuperiert, senkt den Verbrauch spürbar – oft um zweistellige Prozentwerte. Kombiniert mit der einfachen Regel „kurze Wege lieber zu Fuss oder mit dem Velo“ kommst du auch bei Frost komfortabel, schneller geladen und mit mehr Restakku ans Ziel.

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